KLANGKUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM – JULI 2020 BIS OKTOBER 2020

Augarten, Friedrichgasse 41, 8010 Graz

 

  • Konzept & Komposition: ELISABETH HARNIK
  • Akustik: JAMILLA BALINT
  • Architektur: MILENA STAVRIC

“Als Künstlerin setzte ich mich mit unterschiedlichsten Prozessen des Hörens auseinander. Durch den Akt des Hörens verorte ich mich in der Welt. Aktives Zuhören überführt mich in einen Zustand der Verbundenheit und Gegenwärtigkeit. Zuzuhören auf alle nur möglichen Arten hat für mich auch eine politische Dimension. Schon die kleinste Umgewichtung der Aufmerksamkeit kann etwas bewirken.

Der Ursprung meiner Idee des Humming Room geht zurück auf eine sinnliche Erfahrung, die ich im Rahmen einer Wanderung gemacht habe. Ein alltäglich erscheinender Klang, das Summen von Bienen, wurde durch die Mauern einer Ruine neu ausgerichtet und in eine tiefgreifende Hörsituation verwandelt die mich seitdem begleitet.
Ausgehend von dieser Hörwahrnehmung habe ich die Installation entworfen, um aus meiner Erinnerung die Spuren des Klangeindrucks herauszulösen und zu transformieren.” (Elisabeth Harnik)

Die Klang- und Wahrnehmungsinstallation ‘HUMMING ROOM’ ist eine begehbare räumlich-dynamische Konstruktion basierend auf der Wabenform mit sechs beweglichen Wandelementen, die eine gemeinsame Struktur bilden und mit Bienensummen bespielt werden.
Im Zentrum steht die Erkundung der Wahrnehmung.
Je nach Konfiguration und Gestaltung der Wände wird das Hörerleben subtil sensibilisiert. Die Anordnung der Wandelemente wird von Juli bis Oktober einer Choreographie folgen welche zugleich zu einer Choreographie des Hörens wird. Die Rezipientinnen und Rezipienten haben Aktions- und Interpretationsfreiräume zur Gestaltung ihres eigenen holistischen Erlebens. Behutsam hebt die Klanginstallation das Bewusstsein für die Verbundenheit von Mensch und Honigbiene und fungiert als Brücke von realer (Klang) Architektur und virtuellen Hörimpulsen, die die unmittelbare Umgebung, Räume sowie Zwischenräume in einen neuen Kontext stellt. Die Grenze zwischen urbanen Klängen und Bienensummen verwischt und erscheint wie eine unendliche Klanginstallation, geformt durch die umgebende Architektur.
Für die nachhaltige Nutzung wird in der letzten Projektphase die Wabenstruktur aufgebrochen und sechs einzelne Skulpturen werden im Grazer Raum verteilt. Langfristig können diese in Insektentankstellen überführt werden.

 V I R T U E L L E     E R / Ö F F N U N G:   2 4.   J U L I   2 0 2 0

KLANGPERFORMANCE: 16. September 2020
Augarten, Friedrichgasse 41, 8010 Graz
(Grünfläche vor dem Museum der Wahrnemung)

‘Feed the Bees’ (Uraufführung)
für Oboe, Hümmelchen und Klanginstallation

Komposition: Elisabeth Harnik

Ausführende:
Ewa Lovrenovic, Oboe
Georg Greil, Dudelsack (Hümmelchen)

(Ersatztermin bei Schlechtwetter: 17.09.2020)

 

Herzlichen Dank an die Stadt Graz (Kulturjahr2020, Unesco City of Design), das Museum der Wahrnehmung, die TU Graz, das E-Werk Franz und Mayr-Melnhof Holz für die freundliche Unterstützung sowie an Dr. Robert Brodschneider (Institut für Biologie – Bereich Zoologie, Karl-Franzens-Universität Graz) für die Beratung.

Weiterführende Links:

Kulturjahr2020

Museum der Wahrnehmung

http://bienenstand.at/